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Ausstellung "Kunsterzieher stellen vor"

09.06.2017 - 25.06.2017
14:00 - 18:00

Bürgerhaus "Hanns Eisler"
Eichenallee 12
15711 Königs Wusterhausen

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Der Kulturbund Dahme-Spreewald e.V. präsentiert eine ganz besondere Ausstellung mit Arbeiten
der musikbetonten Gesamtschule Paul Dessau, Zeuthen, Jahrgang 13. Die betreuende Lehrerin ist Iris Asmus und
mit Arbeiten des Jahrgangs 11+12 am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Königs Wusterhausen
unter der betreuenden Lehrerin Silke Hasse.

Die Schüler des Jahrgangs 13 der musikbetonten Gesamtschule Paul Dessau setzen sich in vielfältiger Weise mit dem Jahresthema
des Kulturbundes „Spuren“ auseinander. Dabei sind die Arbeiten des Leistungskurses ganz ihrer Zeit verhaftet,
bilden also die Spuren des gegenwärtigen Lebens in großformatigen Acrylmalereien, Schablonendruck und Siebdruck ab.
Zum Thema „Schöne neue Welt“ reflektieren die jungen Künstler kritisch die Erscheinungsformen des Informations- und Medienzeitalters, von denen sie als Digital Natives geprägt sind. In Arbeiten mit dem Titel „Click Boom“ und „Don´t See, Don´t Hear, Don´t Feel“ wird die Allgegenwärtigkeit des Handys und die bevorzugte Selbstdarstellung in „Selfies“ als Bildthema gewählt.
In weiteren Werken reagieren die Schüler sensibel auf in allen Medien ständig präsente Katastrophenmeldungen von Krieg, Terror und Flüchtlingsproblematik.
Sie finden dafür in starkfarbigen Bildern, die die Stilmittel von Comic und Manga aufgreifen, eine angemessene jugendlich-dynamische Ausdrucksform.
In dem originellen Siebdruck mit dem Titel „Pause“ kommt hingegen die Sehnsucht nach Ruhe in einer schnelllebigen Zeit zum Ausdruck.
Als weiterer Ausstellungsbeitrag werden die Ergebnisse von vier Seminararbeiten im Fach Kunst zum Thema „Menschenbilder“ vorgestellt.
Luisa Schluricke zeigt in Objektbilderrahmen in dreidimensionalen Fotografien die Spuren großstädtischen Lebens.
Saskia Lottig sucht in einfühlsamen Porträts nach Spuren, die das Leben in den Gesichtern älterer Menschen hinterlassen hat.
Julia Krause nähert sich über Malerei nach fotografischen Vorlagen, die sie mit gemalter Unschärfe verfremdete, den Erinnerungen an ihre Kindheit.
Sophie Müller beschäftigt sich in Buntstiftzeichnungen zum Thema „Du bist, was du isst“ auf ironische Weise mit unserer Esskultur und den Spuren, die sie in der Physiognomie des Menschen hinterlassen.

Die Schüler der 11. Klasse des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums gingen fotografisch auf Spurensuche.
Die Abiturienten befassten sich mit Spuren, die Menschen hinterlassen und fertigten dazu Porträts an, die Beziehungen darstellen.
Während Marcin Kudzinski die S-Bahn-Verbindung von Königs Wusterhausen nach Berlin als „rote“ Spur auf dem BVG-Plan aufnimmt,
zeigt Lilly Frick  Selbstporträts, auf die per Beamer Fotos von guten oder schlechten Vorbildern der amerikanischen Kinowelt
projiziert werden.
Emely Walzer geht in ihrer näheren Umgebung auf Spurensuche und findet eingewachsene Zäune u.Ä.
Fiona Bork reist viel und stellt eine Collage zusammen, auf der sie ihre Spuren verfolgt.
Jan Illerich hat sich in seinem Fotoprojekt den Spuren im Wald genähert.
Die Schüler der 12. Klasse stellten menschliche Beziehungen dar. Die Arbeiten wurden plastisch in Ton umgesetzt.
So schreibt Paula Dinse, welche Idee sie verfolgte: „ Frida Kahlos Schicksal berührt mich seit Langem.
In ihrem Leben hat sie viel gelitten und trotzdem war sie erfolgreich. Sie hat sich durch ihr Leben gekämpft und trotz zahlreicher Rückschläge Großes geschaffen. Dafür bewundere ich sie.
Vor allem in der Pubertät weiß man oft nicht, wie man alles lösen kann. Oft erscheint Vieles unüberwindlich. Die Gemälde, die den Schmerz verkörpern, lassen mich aufschauen in die Zukunft und die Probleme meiner Welt nichtig erscheinen.
Frida konnte aufgrund eines schweren Unfalls keine Kinder bekommen. Mit meinen Skulpturen aus Ton möchte ich genau diese Thematik aufgreifen.
Die Figur stellt Frida Kahlo dar. Sie schaut in die Ferne, weder mit Freude noch mit Furcht blickt sie ihrer Zukunft entgegen.
In ihrem Schatten steht der Kopf eines Babys. Sie steht über ihrem Wunsch und schreitet weiter im Leben. Doch die Trauer um ihre verlorenen Kinder begleitet sie. All ihre Gefühle kann man in ihren Werken wiederentdecken. Das finde ich großartig.“
Anne Marie Knüpfer: „Nachdem ich meine erste Idee verworfen hatte, kam ich dazu, eine ältere Frau, die ihren Blick  gen Himmel richtet, zu formen. Die dargestellte Beziehung ist jedoch nicht die zu einem Menschen, sondern die zu „Gott“.
Mein Porträt soll die Hoffnung und die Kraft darstellen, die die Frau durch ihren Glauben erlangt hat.“

Die Vernissage zur Ausstellung ist am 09.06.2017 um 17 Uhr in der „Kleinen Galerie“ im Theatersaal des Bürgerhauses.
Laudator: Gerd Bandelow
Musik: Schulsaxtett, Zeuthen