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Effis Nacht

17.03.2018
19:00 - 20:30

Bürgerhaus "Hanns Eisler"
Eichenallee 12
15711 Königs Wusterhausen

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Anlässlich der 28. Brandenburgischen Frauenwoche

Theodor Fontane lässt Effi Briest als junge Frau sterben.
Die historische Effi, Elisabeth (Else) Baronin von Ardenne starb aber erst 1952 im Alter von neunundneunzig Jahren.
Ehebrecherin wie Effi und nach dem Duell zwischen Ehemann und Liebhaber geschieden, von der Familie verstoßen und mittellos,
ist Else von Ardenne jedoch Krankenschwester geworden. In dieser Nacht des Kriegsjahres 1943 wacht sie in Lindau am Bodensee
am Bett eines Schwerverwundeten.
Und als sei sie es, die stirbt, lässt sie ihr Leben an sich vorüberziehen, von der weit zurückliegenden privaten Katastrophe
bis zur gegenwärtigen ihres Vaterlandes.
Dabei geht sie mit dem märkischen Schriftsteller Fontane teilweise hart ins Gericht, weil er an manchen Stellen seines fiktiven Entwurfs
ziemlich von dem tatsächlichen Geschehens abweicht.
Es ist der Monolog einer Neunzigjährigen, die mit der Welt abrechnet.
In einer Kurzfassung gestaltet Brigitte Hube-Hosfeld diesen Monolog von Rolf Hochhuth. Sie verkörpert auf eindrucksvolle Weise
die unterschiedlichen Gefühlslagen dieser Figur.
Unterbrochen  wird sie nur durch Radionachrichten (Wolfgang Hosfeld) und durch die Schilderung der Pflegeabläufe
(Alexander Lautenbach), die die Handlung voranbringen.

Impressionen vom Abend
     
Fotos: Wolfgang Lücke
Ein Leserbrief
Effi Briest oder Elisabeth von Ardenne
In einem beeindruckenden Monolog trug die Schauspielerin Brigitte Hube-Hosfeld das Stück „Effis Nacht“
von Rolf Hochhuth im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ vor.

Dieser anspruchsvolle Monolog schildert im Rückblick das Leben der echten Elisabeth von Ardenne als Krankenschwester
im zweiten Weltkrieg aus der Perspektive ihrer 90 Jahre. Sie vergleicht es mit dem Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane,
der durch eine Zeitungsnotiz vom echten Geschehen, dem Duell zwischen dem Ehemann und dem Geliebten, inspiriert worden war.
Sie geht mit dem Schriftsteller hart ins Gericht. Radionachrichten (Wolfgang Hosfeld) und Geräuscheeinspielungen,
sowie die Schilderung der Pflegeabläufe (Alexander Lautenbach) unterstützten die Atmosphäre des Monologs.
Im Theatersaal herrschte eine gespannte Aufmerksamkeit, sodass man eine Stecknadel hätte fallen hören.
Es gab nach 90 Minuten einen langen Beifall für die Schauspieler Brigitte Hube-Hosfeld und Alexander Lautenbach.