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Ausstellung "Von Heiligen, Himmeln & Hochhäusern" von Julius Reinders

06.04.2024 - 05.05.2024
14:00 - 18:00

Bürgerhaus "Hanns Eisler"
Eichenallee 12
15711 Königs Wusterhausen


1993 in Bocholt geboren. Er lebt und arbeitet in Rees-Haldern am Rhein.
seit 2019 Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf Klasse Prof. Martin Gostner
von 2014 bis 2023 Studium der Kunst an der Technischen Universität Dortmund mit Schwerpunkt Zeichnung, Druckgraphik und Grafikdesign bei Prof. Bettina van Haaren
Lehraufträge:
2023/2024 am Institut für Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Duisburg-Essen
2022/2023 für den Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund
2019 am Institut für Kunst und Materielle Kultur der Technischen Universität Dortmund.
Preise und Stipendien
2023 Wilhelm-Höpfner-Preis der Winckelmann Gesellschaft
Artist in Residence: Kunstlabor ArToll, Bedburg-Hau
2022 Artist in Residence: Katholische Akademie Schwerte
2021 Artist in Residence: Regenerativverfahren, Kunstverein Frankfurt an der Oder
2020 Projektstipendium / Katalogförderung der LBBW-Stiftung
Editionspreis: Technische Universität Dortmund
Nominierung: Günter Drebusch-Preis, Märkisches Museum Witten
2018 Artist in Residence: Graniti Murales, Sizilien

Julius Reinders
Klosterstraße 21
46459 Rees-Haldern
T +49 15 73 23 9000 73
contact@juliusreinders.com
https://juliusreinders.com/ (mehr Informationen)
Instagram: julius_reinders

„Von Heiligen, Himmeln und Hochhäusern“
Julius Reinders, ein junger Künstler vom Niederrhein, fällt vor allem durch seine zeichnerische Brillanz auf. Er konzentriert sich in seinem Schaffen meist auf einen bestimmten Wirklichkeitsausschnitt, den er in einer Art Zyklus vielfältig widerspiegelt. Von solchen Zyklen stellen wir in der Ausstellung einige partiell vor. Dabei reicht die Bandbreite der ausgestellten Werke von Altären über Landschaften bis hin zu Bettenburgen an südlichen Stränden. Julius Reinders beschreibt die Methode seiner Gestaltung wie folgt:
„Grundlagen der Entwicklung meiner druckgraphischen Arbeiten und Skulpturen sind Zeichnungen, die aus der direkten Beobachtung an wirklichen Orten entstehen. Dabei erschließt sich mir Wahrgenommenes zunächst über eine visuelle Ebene. Linien, Formen und Flächen können den Betrachtenden als Potenzial eigener Assoziationen des Gesehenen offenlegen. Der Ort, mit dem ich mich auseinandersetze, soll als Bühne für das dienen, was darin erst noch entdeckt, erzählt oder erfunden werden kann.“
In seiner Zeichnung „Schwere Kost“ aus dem Kirchenzyklus „Kalkar“ kann man die detaillierte zeichnerische Wahrnehmung einzelner liturgischer Figuren und Gegenstände des Kircheninneren gut nachvollziehen. Aber in der Auseinandersetzung mit den gesehenen Einzelheiten wechselt der Künstler immer wieder seine Position, verändert seine Perspektive, lässt Details weg oder gibt sie nur bruchstückhaft wieder, fügt teilweise Gegenstände oder Figuren dazu, die nicht zur dargestellten Wirklichkeit gehören (z.B.: der Gekreuzigte mit Sonnenbrille, die Stahlschienen im Vordergrund…). So erfindet er die Szenerie neu und schafft für den Betrachter ein „Potenzial eigener Assoziationen“. Weiter heißt es in seinem Statement:
„Die analogen Ausgangspunkte der Transfer- und Digitaldrucke sind graphische Strukturen, Ausschnitte und Details meiner Zeichnungen. Für die Übertragung in ein digitales Bild nutze ich die Computermaus als Zeicheninstrument. Einzelelemente greife ich durch Auswahlwerkzeuge, Filter und Ebenen wieder auf und setze diese neu zusammen. Die Möglichkeit der exakten Wiederholung einzelner Bildteile spielt dabei eine wichtige Rolle“.
Die „Argonautika“, ein Digitaldruck, der Ausschnitte von Zeichnungen zur Grundlage hat, zeigt exemplarisch Reinders` Vorgehen. Er löst sich von der gegenständlichen Ebene völlig, überlagert sie, setzt sie neu zusammen. So entsteht ein abstraktes Gebilde, das wiederum seine eigene inhaltliche Präsenz entfaltet. In diesem Falle wird man an ein Gebilde der Wasserwelt erinnert.
Weiter schreibt Reinders: „Die figürlichen Skulpturen aus Gips und Polyurethan gehen ebenfalls aus zeichnerischen Arbeiten hervor, die meist in Innenräumen von Kirchen entstehen. Die Sockel aus Holz sollen dabei Ausschnitte der Architektur imitieren“.
Die Skulptur „Legio Thebaica“ erinnert an eine weibliche Form, wie man sie besonders im diffusen Licht von Kirchen entdecken kann. Jedoch ist sie bei genauerem Hinsehen sehr verfremdet. So gibt der lateinische Titel einen eventuellen Einstieg oder man lässt sich von seiner Phantasie leiten.
Ähnlich verfährt Julius Reinders auch in der Landschaft, wenn man sich seine Studien von Frankfurt an der Oder ansieht. Die Zeichnung „Stadtbrücke Frankfurt an der Oder I“ lässt beim Ergründen der Formen Anklänge an die Flusssituation der Oder in Frankfurt erkennen. Oben scheinen sich diagonal Details der Stadtbrücke abzuzeichnen, die aber selbst nur bruchstückhaft ausgeführt ist. Im Vordergrund eine Baumstudie, vom Blattwerk her eine Kastanie vermutlich, die aber im Stamm menschliche Züge entdecken lässt. Die Zeichnung dient also „als Bühne…was darin erst noch entdeckt, erzählt oder erfunden werden kann“. Gerd Bandelow
Bilder aus der Ausstellung
       
Schwere Kost                                                       Argonautika X                  Legio Thebaica I                 Stadtbrücke Frankfurt an der Oder      Santa Susanna VI

Laudatio: Dr. Petra Lange, Kunstwissenschaftlerin
Musik: Alexander Koderisch, Cello