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Ronald Paris - Im Dialog mit der Landschaft

01.04.2016 - 01.05.2016
14:00 - 19:00

Bürgerhaus "Hanns Eisler"
Eichenallee 12
15711 Königs Wusterhausen

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Landschaft im Werk von Ronald Paris

Ronald Paris ist ein Künstler, der viele Sujets bedient.
Seine Palette reicht vom Stilleben über das Porträt, die Landschaft bis zum Wandbild.
Diese Ausstellung beschränkt sich auf das Landschaftsbild Ronald Paris‘ und dabei speziell südliche Landschaften
aus seinem gegenwärtigen Schaffen.
Im Laufe seiner Entwicklung als Maler hat sich seine Landschaftsdarstellung mehrfach gewandelt, ohne ihren grundsätzlichen Charakter zu verlieren.
Peter Betthausen formuliert es wie folgt: „Für Ronald Paris (…) (ist) die Natur die Quelle der bildenden Kunst, und er wird nicht müde, sie zu befragen. Aber der Maler muß die Natur ‚überwinden‘, wenn er von ihr ein geordnetes Bild machen will –
ein Bild, das andere verstehen können, aber auch eines, das den Künstler als fühlendes Wesen nicht verleugnet“.
Berliner-Hinterhof Berliner Hinterhof, 1954, Mischtechnik auf Hartfaser, 50,5 x 64,5 cm

Eine große Vorbildwirkung hatte dabei u.a. sein Lehrer Kurt Robbel, der ihn anregte, sich mit der Formensprache des Expressionismus auseinander zu setzen. Hier spürt man in seinen frühen Werken den Willen, die Natur zu überwinden und dies mit einer prägnanten Bildordnung, die den Raum zugunsten einer flächenhaft verschachtelten Gestaltung einschränkt.
Diese abstrahierende Wirklichkeitsdarstellung wird von der offiziellen Kulturpolitik der DDR teilweise argwöhnisch betrachtet.
Anfang der 1960er Jahre wandelt sich die Handschrift des inzwischen freischaffenden Künstlers auf Studienreisen in die ehemalige Sowjetunion, wo er mit einer für ihn noch nicht vertrauten bunten Farbenwelt konfrontiert wird.
Eine weitere Quelle war die Begegnung mit Otto Nagel, dessen atmosphärische Pastelle den jungen Maler sehr beeindruckten.
So tritt die strenge Tektonik in seinen Bildern zugunsten einer mehr malerischen Bildstruktur zurück, in der die dynamischen Prozesse der Natur stärker betont werden.
Große-Rügenlandschaft2 Große Rügenlandschaft, 1966, Öl auf Leinwand, 106 x 147 cm

Die Bildsprache wird expressiver, der Künstler wechselt die Mischtechnik mit der Alla-prima-Technik der Ölfarbe.
Dieser Prozess steigert sich noch durch sein intensives Studium der Brücke-Künstler, deren Kunst lange in der DDR nicht rezipiert,
in der ostdeutschen Kulturpolitik wieder eine gewisse Anerkennung erfährt.
Er nutzt nun ebenfalls die in dieser Kunstgattung der Moderne üblichen Formen der Verfremdung, die sich in grellen Farbtönen und verzerrten Proportionen der Raumbildung widerspiegeln.
Herbstliches-Feld Herbstliches Feld, 1970, Öl auf Leinwand, 74 x 95 cm

In den 1980er und 1990er Jahren nimmt Ronald Paris diese ekstatischen Bildformen wieder etwas zurück und knüpft an die Erfahrungen der klassischen Landschaftsmalerei an, ohne auf farblich-expressive Verfremdungseffekte ganz zu verzichten, so dass in seinen gegenwärtigen Landschaftsbildern auch wieder stärker ein dreidimensionaler Raum erkennbar ist.
Ein besonderes Merkmal seines gesamten Oeuvres ist die dialogische Struktur sowohl in den Porträts als auch in den Landschaften und Stilleben. Dieses dialogische Moment kann man gut in dem in der Ausstellung gezeigten Bild: „Toskanisches Haus mit Vogelscheuchen (1982) Öl auf Hartfaser nachempfinden.
Toskanisches-Haus-mit-Vogel Toskanisches Haus mit Vogelscheuchen, 1982, Öl auf Hartfaser
Die beiden im Vordergrund abgebildeten Vogelscheuchen scheinen eine surreale Unterhaltung zu führen. Gleichzeitig wird der Betrachter durch die linke Rückenfigur in diesen Dialog mit der umgebenden Landschaft eingebunden.
Ronald Paris, der seit den 1990er Jahren viele Landschaften in und über Europa hinaus studiert hat, ist sich trotz der vielen Reize des Fremden und Exotischen treu geblieben. Er bekennt sich in seinem Schaffen zu einer realistischen Betrachtung der Natur, indem er parallel zu ihr arbeitet und ihr seinen individuellen Stempel als „fühlendes Wesen“ aufdrückt. (Gerd Bandelow)

Vernissage am 01. 04. 2016 um 19 Uhr
Laudatorin: Frau Dr. Gerlinde Förster
Musik: Christiane Scheetz, Klavier & Ulrike Paetz, Viola

Paris-Interview Artikel von Karen Grunow in „Mein Stadtmagazin Königs Wusterhausen“ 1/2016, Seite 22
Maz-Paris3 Artikel von Karen Grunow in der MAZ vom 16.03.2016
MAZ-Artikel2
Verni1 WS-Paris2
Artikel von Heidrun Voigt in der MAZ vom 02.04. und 04.04.2016 und Wochenspiegel vom 06.04.2016
jW-Artikel Artikel von Peter Michel in der jW vom 02./03.04.2016

Während der Ausstellungszeit finden folgende Rahmenveranstaltungen statt:
Samstag, 09.04.2016, 19 Uhr – „Klangwelten“, Musik auf dem Instrument HANG, gespielt von Wolfgang Ohmer & Partner
Samstag, 16.04.2016, 19:30 Uhr – „Torstraße 94“, Lesung mit dem Journalisten & rbb-Moderator Andreas Ulrich
Sonntag, 17.04.2016, 10-13 Uhr – „Galeriefrühstück“, Künstlergespräch & Gaumenfreuden
Sonntag, 01.05.2016, 14-17 Uhr – „Bilder sehen und Bilder malen – Experimentieren mit Farbe und Feder“

Zur Vorbereitung der Ausstellung besuchte Gerd Bandelow den Künstler in seinem Atelier in Rangsdorf
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Ronald Paris, seine Frau Isolde, Gerd Bandelow und Christiana Lücke besichtigen vorab den Theatersaal als Ausstellungsraum
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Beim Hängen der Bilder
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Das Bürgerhaus wird für die Ausstellung vorbereitet. Die KWer und ihre Gäste sollen sehen, was demnächst hier los ist!
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Impressionen von der Vernissage
Die Kleine Galerie hatte soviele Gäste, wie noch nie. Das hat nicht nur Ronald Paris gefreut, sondern auch die „Ausstellungsmacher“.
Zum späten Abend gab es noch einen „Absacker“ in der „Villa Romana“.
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Eine kleine Übersicht zu den gehängten Bildern:
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Besuch einer Schülergruppe des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums, die ihren Unterricht in die Ausstellung verlagert hatte.
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Unser Gästebuch enthält viele Einträge zur gelungenen Ausstellung. Die Besucher waren teilweise von weither angereist
(z.B. Sondershausen).
Bekannte Namen finden sich unter den Einträgen (z.B. Ursula Karusseit und ihr Mann, Dieter Mann und seine Frau)
oder von zwei Schülergruppen (siehe oben).
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Nachdem alle Bilder wieder zurück gegeben waren, entstand ein letztes Foto im Garten von Ronald Paris.
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Fotos: Wolfgang Lücke